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#16 RE: Giftpflanzen im Gehege von graeca63 20.11.2015 09:13

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Wirklich interessant wäre es natürlich zu wissen, ob die Tiere tatsächlich am Gift des Efeus eingegangen sind oder ob sie krank waren und deshalb so viel Efeu (vielleicht als Heilmittel) zu sich genommen haben. Normalerweise fressen sie den ja nicht.

Guten Morgen,
mir ist dieses Jahr aufgefallen, dass meine jüngeren Tiere vermehrt frische Efeutriebe "gekostet", also jeweils immer nur die Blättchen vereinzelt angefressen haben, obwohl sie genügend andere Futterpflanzen zur Verfügung hatten. Offensichtlich wurden die Blätter niemals vollständig vertilgt. Augenscheinliche "Krankheitsfälle" habe ich bislang nicht festgestellt, die waren alle ausgesprochen munter. Ich habe 25 halbwüchsige Tiere in der Anlage. Sollte es nach der Starre Ausfälle geben, würde ich dem auf jeden Fall genauer nachgehen und gebe euch dann Bescheid.

Zitat
Für alle, die hier mitlesen und sich vielleicht über diese Diskussion wundern: es ist eine rein hypothetische Frage, wir verfüttern unseren Tieren natürlich keine Giftpflanzen und das haben wir auch nicht vor

Auf jeden Fall!

LG Andreas

#17 RE: Giftpflanzen im Gehege von SabineWil 20.11.2015 10:51

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Hallo
Eine Schildkrötenbekannte von mir hat ihrer jungen Landschildkröte vermehrt Hahnenfußblüten gegeben. Angeblich mochte diese sie so gerne. Nach vier Monaten starb das Tier plötzlich und die Obduktion hat ergeben dass das Tier an Leberversagen gestorben ist. Da diese Schildkröte sonst nur gesunde Wiesenkräuter bekam, gehe ich davon aus dass es diese Blüten waren.
Ein oder zwei Blüten machen sicher nichts aus, aber fast jeden Tag eine kleine Hand voll sind einfach zuviel. Die Schildkröte hätte siche rnicht soviel davon gefressen, wenn der Hahnenfuß in ihrem Gehege gewachsen wäre. Aber einfach so vorgelegt bekommen, da kann das Tier nicht mehr einschätzen ob es gesund oder ungesund für sie ist.

Eine andere Schildkröte starb nach dem Genuß von Rhododendronblüten nach wenigen Tagen. Das bestätigte unsere Tierärztin.
Viele Grüße
Sabine

#18 RE: Giftpflanzen im Gehege von christine 20.11.2015 11:34

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Zitat
Die Schildkröte hätte siche rnicht soviel davon gefressen, wenn der Hahnenfuß in ihrem Gehege gewachsen wäre. Aber einfach so vorgelegt bekommen, da kann das Tier nicht mehr einschätzen ob es gesund oder ungesund für sie ist.

Ich glaube, genau das ist der Punkt!
Eine ausreichende Auswahl an Futterpflanzen und nichts Giftiges vorlegen - dann können wir durchaus den natürlichen Instinkten vertrauen.
Überhaupt denke ich: ein natürlich gehaltenes Tier hat auch natürliche Instinkte, ein Tier, welches gegen die Natur gehalten wird kann diese Instinkte kaum entwickeln.
Rhododendron ist ja eigentlich keine natürliche Habitatspflanze. Wenn man an einer Vergiftung von Rhododendton stirbt, müsste das nich innerhalb weniger Sunden nach dem Verzehr sein? Das Gift dieser Pflanze verlangsamt ja den Puls und so kann es zu einem Herzstillstand kommen, wenn man sehr viel davon zu sich nimmt.

#19 RE: Giftpflanzen im Gehege von graeca63 20.11.2015 11:53

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Zitat
Die Schildkröte hätte siche rnicht soviel davon gefressen, wenn der Hahnenfuß in ihrem Gehege gewachsen wäre. Aber einfach so vorgelegt bekommen, da kann das Tier nicht mehr einschätzen ob es gesund oder ungesund für sie ist.

Da könnte durchaus etwas dran sein!
Schildkröten sind wie wir "Gewohnheitstiere". Ich kenne Halter, die ihren Tieren ausschließlich das Futter in die Anlage legen. Ich mache das zwar auch, aber bei mir finden sie auch noch Pflanzen vor, die aus der Erde wachsen. Wird nur "manuell" gefüttert, gewöhnen sich die Schildkröten schnell daran und ziehen hingelegtes Futter blühenden Pflanzen erstmal vor. Wenn dann Giftblätter auch noch mit Futterpflanzen vermengt werden, geht den Schildkröten mit Sicherheit irgendwann das richtige Futtermaß verloren. Vor allem dann, wenn sie Hunger haben...

LG Andreas

#20 RE: Giftpflanzen im Gehege von gunda 20.11.2015 13:31

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Genau. In mancher Hinsicht sind Schildkröten sehr lernfähig. Wenn sie darauf konditioniert sind, dass die Hand des Halters oder ein bestimmter Platz im Gehege stets einen Leckerbissen enthält, werden sie hier bald gewohnheitsmäßig zubeißen, bevor die natürlichen Instinkte zum Einsatz kommen.

Zitat von graeca63 im Beitrag #19
geht den Schildkröten mit Sicherheit irgendwann das richtige Futtermaß verloren. Vor allem dann, wenn sie Hunger haben...
Das ist der Punkt. Daher sind SK in einem großzügigen Freigehege kaum gefährdet, denn sie sind es gewohnt, zu suchen und Futter zu finden. Bei Terrarientieren, die nur 1x am Tag eine Portion bekommen, muss man sehr genau darauf achten, was man füttert.

Zurück zum Efeu:
Hier http://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/efeu steht:
Ziat: "Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Efeu?
Triterpensaponine, allen voran das alpha-Hederin, regen über Nervenfasern im Magen reflektorisch die Bronchialschleimhaut dazu an, dünnflüssigeren Schleim zu produzieren. Dadurch lässt sich das Sekret leichter abhusten. Efeuextrakt greift gleichzeitig auch direkt an der Bronchialschleimhaut an und bewirkt, dass der Schleim besser aus den Atemwegen abtransportiert wird. Alpha-Hederin entspannt darüber hinaus die Bronchialmuskulatur und entkrampft damit die Atemwege."


Falls also die SK Efeu zur Selbstmedikation eingesetzt haben sollte, dann wohl am ehesten gegen Verschleimungen der Atemwege (?)

LG
Gunda

#21 RE: Giftpflanzen im Gehege von graeca63 20.11.2015 13:57

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Vielen Dank, Gunda!

Zitat
Falls also die SK Efeu zur Selbstmedikation eingesetzt haben sollte, dann wohl am ehesten gegen Verschleimungen der Atemwege (?)


Wenn es wirklich so ist zeigt mir das einmal mehr, dass man den Tieren „im abgesicherten Modus“ ruhig einiges zutrauen sollte…

LG Andreas

#22 RE: Giftpflanzen im Gehege von firlefanz 20.11.2015 19:56

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ich fand im web auch noch auf www.gesundheit.de :
[...]Efeublätter sollen außerdem gegen Pilze wie Candida albicans, dem Erreger verschiedener Pilzerkrankungen der Haut- und Schleimhaut und Parasiten wirken.[...]

[...] In der Homöopathie verwendet man die frischen und unverholzten Triebe für die Behandlung von akuten Entzündungen verschiedenster Organe wie der oberen und unteren Atemwege, der Leber, des Magen-Darmtraktes, der Bauchspeicheldrüse und des Bewegungsapparates sowie bei Erkrankungen der Schilddrüse.[...]

Vielleicht hat Efeu bei Schildkröten auch eine Wirkung, von der wir Zweibeiner gar nichts wissen - bzw. wirkt bei SKs ganz anders als bei uns?


lg
Ingrid

#23 RE: Giftpflanzen im Gehege von gunda 20.11.2015 20:15

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[quote="firlefanz"|
Vielleicht hat Efeu bei Schildkröten auch eine Wirkung, von der wir Zweibeiner gar nichts wissen - bzw. wirkt bei SKs ganz anders als bei uns?
[/quote]
Bei manchen Pflanzen ist das bestimmt der Fall. Vielleicht auch bei Efeu? Wer weiß.

Die homöopathischen Wirkungen kann man sicherlich vernachlässigen (auch beim schon erwähnten Fingerhut). Die Tiere fressen ja ganze Pflanzenteile und nehmen sie nicht homöopathisch aufbereitet zu sich.

#24 RE: Giftpflanzen im Gehege von Frank 27.01.2016 13:12

Das Thema ist zwar schon älter (ich wurschtel mich immer noch durchs Forum)

Aber trotzdem möchte ich meinen Senf abgeben.

ein blöder, aber ich finde doch wahrer Spruch: Die Dosis macht das Gift.

Natürlich versuchen wir nichts giftiges (oder wovon wir denken es könnte giftig sein) im Gehege oder in Gehegenähe zu pflanzen. Denn Sicherheit geht vor.
Ich finde es auch extrem wichtig das Futterangebot so abwechslungsreich wie möglich im Gehege zu gestalten. Ich bin überzeugt, dann kommen die Tiere erst gar nicht auf die Idee etwas unbekömmliches zu fressen.
Ich konnte auch schon oft beobachten wie zu verschiedenen Jahreszeiten diverse Pflnazen gern, und andere eher verschmäht wurden. Die Tiere wissen genau was sie brauchen, wann es am besten schmeckt oder welche Nährstoffe sich zu sich nehmen müssen.
Deswegen bin ich auch ein Gegner von reiner Fütterung. Es gibt Tage da frisst mal eine Kröte 3 Tage gar nüscht, weil Sie Ihren Popo nicht aus dem Frühbeet bewegt. Na und? Wenn Sie Hunger hat, dann geht sie ganz von allein auf die Suche. Wir halten Reptilien und keine Hunde oder Katzen, bzw. andere Säugetiere.

Was mir vielmehr auf den Senkel geht, sind Internetseiten auf denen z.B. Klee als giftig betitelt wird. Und der panische Anfänger, der sich informieren will und dort landet, reisst in aller Panik den ganzen Klee aus dem Gehege.
Jedes Futter, was ausschließlich gefüttert wird, ist auf die Dauer nicht gut.......wieder ein blöder Spruch von mir: Ernährt Ihr euch doch mal 3 Wochen nur von Pommes!

Sein wir doch mal ganz ehrlich, eigentlich ist das Thema mit dem Futter doch noch zu unerforscht. Jetzt lese ich sogar gerade das Fingerhut von den Tieren gefressen wird, ohne das sie gleich tot umkippen. (anbieten werde ich es trotzdem nicht )

Eigentlich halte ich auch nicht immer viel von dem hochwissenschaftlichem Kram. Wer sind denn die, die die Schildkröten studieren? Eigentlich sind wir das, die die stundenlang im Sommer vor dem Gehege sitzen und beobachten. (und sich jden Beitrag von anderen Haltern in den Foren reinziehen )

LG

Frank

#25 RE: Giftpflanzen im Gehege von SabineWil 27.01.2016 13:53

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Hallo
Ich sehe das so wie Frank. Wichtig ist nur dass man keine Giftpflanzen abreißt udn in einem Gemisch von Wildkräutern untermischt. Dann können die Schildkröten nich heraus finden was für sie bekömmlich ist.
Eine Giftpflanze, die im Gehege wächst, wird in der Regel nicht gefressen, sofern sie wirklich giftig für die Schildkröten sind.
Anders ist es bei der Eibe. Diese ist hochgiftig und leider vergiftet sie auch mit ihren heruntergefallenen Nadeln den Boden. Alle Pflanzen, die darauf wachsen, nehmen das Eibengift auf. Die Schildkröten können das Gift aber nicht riechen und fressen von den Pflanzen. Hier gilt auch die Menge macht es. Das Gift speichert sich in der Leber an und irgend wann ist es mal zu viel und der Tierrzt stellt Leberversagen fest.
Deshalb würde ich jedem Halter empfehlen alle Eiben aus dem Garten zu entfernen.
An Efeu gehen die Schildkröten nicht ran, jedenfalls meine nicht.
Viele Grüße
Sabine

#26 RE: Giftpflanzen im Gehege von noebis2 08.02.2016 07:11

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Guten Morgen!
Ich würde gerne die umgekehrte Frage stellen: Gibt es (immergrüne) Kletterpflanzen, die man im Gehege pflanzen kann? Ich würde gerne eine Seite des Holzhauses zuwachsen lassen. Ich würde es so machen, dass sie die Pflanze unten nicht anknabbern können. Aber wenn dann doch mal was runter fällt....

#27 RE: Giftpflanzen im Gehege von SabineWil 08.02.2016 08:08

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Hallo Ulli
Da würde ich dir den Schlingknöterich empfehlen. Er wächst unheimlich schnell und die Schildkröten dürfen ihn fressen. Er ist mehrjährig.
Als einjährige Pflanze ist die schwrzäugige Susanne zu empfehlen, wird auch gerne gefressen.
Viele Grüße
Sabine

#28 RE: Giftpflanzen im Gehege von Pauli&Juli 20.06.2016 20:43

Hallo,

ich habe das Acker-Gauchheil im Gehege entdeckt und konnte es sogar bestimmen.
Jetzt habe ich gelesen, dass es giftig ist.
Hat jemand Erfahrung damit, breitet es sich sehr aus?
Ich finde es sehr schön über den Steinen und würde es gerne stehen lassen.

Danke und liebe Grüße
Petra

#29 RE: Giftpflanzen im Gehege von SabineWil 20.06.2016 22:11

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Hallo Petra
Ich finde es auch schön, würde es aber aus dem Gehege entfernen. Wir wissen nicht wie Schildkröten auf das Gift reagieren. es kann sein dass sie garnicht rangehen, aber auch dass sie es fressen und es ihnen schadet.
Ich finde sicher ist sicher. Es gibt auch andere schöne und ungiftige Pflanzen.
Viele Grße
Sabine

#30 RE: Giftpflanzen im Gehege von Pauli&Juli 20.06.2016 22:21

Danke Sabine,

dann werde ich es in meinen Steingarten übersiedeln.
Der ist weit genug entfernt.
Ich hätte mich jetzt gerne auf deiner Homepage umgeschaut, aber der Link funktioniert leider nicht.

LG
Petra

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