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#151 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von christine 24.08.2018 15:39

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Zitat von Hannelore im Beitrag #150
Zitat von stock im Beitrag #148
Wie kommt es dann, daß Tiere die schon seit Ewigkeiten allein gehalten wurden, keinen Kontakt mit anderen Schildkröten hatten und alte Wildfänge (die teilweise 80 oder noch älter sind) , bei Untersuchungen (weil sie mit anderen Tieren zusammengehalten werden sollen) plötzlich Anzeichen von Krankheiten haben, die erst seit kurzem bekannt sind.

Einen solchen Fall kenne ich nicht und mir fällt auch gerade nicht ein, über einen solchen Fall gelesen zu haben.

Ist aber vielleicht wie bei den Menschen mit Krebs und Demenz. Früher starben die Menschen, weil sie krank waren. Die Krankheit hatte keinen Namen oder einen Namen, der nicht "Krebs" hieß. Mein Opa hatte 8 Jahre lang Durchfall, bis sein Magen sich vom Darm löste. Von Krebs war da keine Rede.
Meine Oma war verkalkt und kam ins Landeskrankenhaus in Bonn. Heute nennt man es Demenz.

Mir sind konkret zwei Fälle bekannt. Die Betroffenen kenne ich persönlich sehr gut. In einem Fall handelte es sich um einen frischen Wildfang und im anderen um ein seit immer gehaltenes Einzeltier, welches niemals Kontakt zu anderen Tieren hatte.

#152 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von gunda 24.08.2018 16:09

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Liebe Anna,
ich kann deine Überlegungen so gut verstehen, nach allem was du mit deinen Schlüpflingen durchgemacht hast. Meiner Meinung nach helfen Vorschriften nicht weiter. Die Verantwortung liegt bei den Privatpersonen, den Züchtern und den Käufern. Man weiß ja, wie häufig Vorschriften umgangen werden, z.B. die Meldepflicht oder die Vermarktungsvorschriften. Vermutlich gibt es mehr illegale als legale Schildkröten in Deutschland.

Zitat von Anna im Beitrag #142
Meiner Meinung nach muss es auf der Cites oder als Beiblatt eine Art Zertifikat für jedes Tier geben, das besagt, wann das Tier nach Viren getestet wurde.

Das geht schon deshalb nicht, weil die Artenschutzbehörde mit Tiergesundheit überhaupt nichts zu tun hat. Wer soll die Umsetzung den Sachbearbeitern der Naturschutzbehörden aufbürden, die sich an ihren Schreibtischen mit geschmuggelten Papageien, Algen und entlaufenen Kängurus beschäftigen? Das Beiblatt müsste - wenn schon - das Veterinäramt herausgeben und kontrollieren.

Ich persönlich würde nicht einsehen, dass ich meine Zuchttiere (7 Weibchen und 3 Männchen) alle auf Herpes, VirusX und andere gefährliche Krankheiten untersuchen lassen soll. Eine einzige Untersuchung auf Lebenszeit reicht ja wohl auch nicht, wenn schon eine Fliege den Virus übertragen kann.
Eine Gesundheitsgarantie gibt es nicht.

Jedoch gibt es bei der Auswahl der Züchter bestimmte Parameter, die das Risiko minimieren.
- Keine Massenhaltung
- Beschränkung auf eine Art
- keine Neuzugänge
- Nachzuchten erst nach mehreren Jahren abgeben
Bei den über 100 Nachzuchten die ich im Laufe der letzten 20 Jahre abgegeben habe, ist mir noch kein Krankheitsfall zu Ohren gekommen. Letztes Jahr habe ich ein älteres Männchen abgegeben, das schon lange in meinem Bestand war. Er wurde von der neuen Besitzerin einem 2-maligen Herpestest und diversen anderen Untersuchungen unterzogen. Die Ergebnisse waren negativ. Das hat mich nicht überrascht, mir aber bestätigt, dass mein Bestand gesund ist.

#153 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von stock 24.08.2018 16:38

auf den zweiten von Christine genannten Fall bezog sich u. anderem auch meine Aussage. Er wurde in einem anderen Forum gut abgehandelt.

#154 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von Hannelore 24.08.2018 18:41

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Zitat von christine im Beitrag #151
In einem Fall handelte es sich um einen frischen Wildfang

Neuerdings in der Wildnis gefangen?

#155 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von Hannelore 24.08.2018 18:42

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Zitat von stock im Beitrag #153
auf den zweiten von Christine genannten Fall bezog sich u. anderem auch meine Aussage. Er wurde in einem anderen Forum gut abgehandelt.

Könnt Ihr eine kurze Zusammenfassung von dem Fall schreiben?

#156 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von christine 24.08.2018 20:05

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Zitat
auf den zweiten von Christine genannten Fall bezog sich u. anderem auch meine Aussage. Er wurde in einem anderen Forum gut abgehandelt.


Oh nein lieber Martin, meine Fälle beziehen sich beide auf wirklich alte Geschichten.
Im ersten Fall kaufte meine Freundin und damalige Nachbarin ein adultes Weibchen zu ihren Tieren dazu. Ich war damals mit ihr mit beim Aussuchen. Herr Z. (den Namen habe ich bis heute nicht vergessen) verkaufte ihr um 1000 Schilling einen frischen Wildfang. Ich glaube, das war damals vor ungefähr 30 Jahren auch nicht mehr erlaubt). Das Tier verstarb innerhalb von 2 oder 3 Wochen. Danach gingen alle ihre Tiere innerhalb eines Sommer ein. Unser Tierarzt veranlasste eine Obduktion und da stellte man Herpes fest. Es war das Erste Mal, dass ich davon überhaupt etwas gehört habe.

Im zweiten, mir bekannten Fall, handelte es sich um ein, aus Kroatien mitgebrachtes Tier. Die, noch relativ kleine Schildkröte wurde dort auf dem Markt (vermeintlich legal) gekauft und nach Ö. mitgenommen. Dort lebte sie dann viele Jahre in einer Art großer Käfig. Entsprechend sah er auch aus. Irgendwann wollten ihn die Leute nicht mehr, da war er schön längst ein stattlicher Kerl und sie verschenkten ihn. Das Tier kam in einen bestehenden Bestand von 7 Tieren, der innerhalb eines Sommers auf eine Einzige Schildkröte schrumpfte. Überlebt hatte nur der kroatische Kerl, der ewig alleine gelebt hatte. Eine Obduktion wurde nie durchgeführt, die Symptome waren aber eindeutig.

#157 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von BibiundOli 24.08.2018 21:39

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Ich denke auch bei der Aussage: "Lebte schon immer alleine" wird gern mal was vergessen- bestimmt selten aus böser Absicht. Meine Schildkröte war ja mal nach dem Winter sehr krank, mit möglichen Herpessymptomen am Maul, und der Tierarzt hat sehr genau gefragt, ob man doch vielleicht mal eine Urlaubsbetreuung gemacht hätte oder ganz kurz eine Fundschildkröte im Gehege hatte oder die mal zu einer schönen Wiese mitgenommen hat. Er schien Herpes seeehr wahrscheinlich zu finden. War's zum Glück nicht. Ich hatte den Eindruck, ihm wird nicht häufig die Wahrheit gesagt.

Von den tierischen Einträgen in den Garten ganz abgesehen. Und allein was man an den Schuhen in den Garten trägt - ich habe zwar Garten- jetzt Balkonschuhe. Aber nicht mein Besuch oder die Freunde meiner Tochter. Habe immer auch außerhalb des Geheges gepflückt.

LG Bibi

#158 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von Anna 25.08.2018 16:10

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Nagut, ich merke schon, dass meine Ideen nicht funktionieren. Gibt es denn keibrn Schutz? Sogar eine neue Wiese ist gefährlich?
Aber did Züchter könnten Zweijährige im Frühling abgeben, die dann im Dommer oder Frühherbst 3 Jahre alt werden. Wdnigstens hätten sie dann keine Panzerweichung durch Virus X und ich denke, dass ein Züchter auch nicht immer vom Hslter die richtige oder ehrliche Rückmeldung bekommt, die er braucht um zu bemerken, dass im Bestand etwas nicht stimmt.

LG, Anna

#159 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von BibiundOli 25.08.2018 22:55

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Ich denke, das mit der Wiese war eher auf Parks hier in der Großstadt gemünzt. Die Leute wollen ihren Schildkröten was gutes tun. Das Herpesvirus kann ja soweit ich weiß längere Zeit auf Sachen/ auf dem Boden infektiös bleiben. Habe auch schonmal jemanden hier im Park mit Schildkröte gesehen. Nein, kein Kind.

Liebe Grüße und gute Nacht!

#160 RE: RE:Wann sollte man seine Nachzuchten abgeben. von christine 26.08.2018 20:58

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Ich denke, wo Lebewesen sind wird es auch immer ein gewisses Risiko geben, sich irgend eine Erkrankung einzufangen. Jede Zugfahrt birgt diese Gefahr und trotzdem laufen wir nicht alle mit Schutzanzug, Mundschutz und Schutzhandschuhen herum und desinfizieren und, sobald wir nach Hause kommen den ganzen Körper.
Natürlich kann immer etwas passieren - bei uns Menschen, unseren Hunden, Katzen, Kindern und auch bei unseren Schildkröten. Zum Glück ist die Ansteckungsgefahr trotz allem eher selten. In Vergleich zu den wirklich vielen Schildkrötenhaltern, die ich persönlich (oder auch über die Internetforen) kenne, sind sowohl Herpes, als auch Virus X und andere dumme Erkrankungen, eher gering. Was natürlich nicht heißen darf, dass man keine Vorsichtsmaßnahmen (Quarantäne, Tests,...) vernachlässigen soll aber ein bisschen Vertrauen in das Leben sollten wir uns doch behalten.
Anna, ich verstehe, dass du im Moment alles sehr schwarz siehst und dass du kaum noch an gesunde Tiere glauben kannst, es hat dich ja auch wirklich ganz böse getroffen und das gleich am Anfang deiner Schildkrötenerfahrung.

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